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Pressemitteilung 11. Juli 2016


Geringe Belastung von Frauen im Mammographie-Screening durch ergänzende Untersuchungen – bei nur 3 Prozent

Kooperationsgemeinschaft Mammographie legt Jahresbericht 2013 für Qualitätssicherung vor

11.Juli 2016 / Berlin. Von den rund 2,9 Millionen untersuchten Frauen im Jahr 2013 wurden 128.945 zur Abklärung eines auffälligen Befundes erneut eingeladen. Erneut eingeladen werden nur Frauen, bei denen mindestens einer der beiden Screening-Befunder eine Auffälligkeit erkannt hat, die in der Konsensuskonferenz der Befunder mit einem weiteren Facharzt nicht als eindeutig gutartig eingestuft werden konnte. Bei rund 3 Prozent der Frauen, die wiederholt am Screening teilnahmen, war dies im Berichtsjahr der Fall. Eine Brustkrebserkrankung konnte allein durch eine ergänzende bildgebende Untersuchung wie Ultraschalldiagnostik bei rund zwei Drittel der erneut eingeladenen Frauen ausgeschlossen werden.

„Das Mammographie-Screening steht immer wieder wegen vermeintlich vieler Falschdiagnosen in der Kritik“, sagt Vanessa Kääb-Sanyal, Geschäftsstellenleiterin der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Doch die jährlichen Auswertungen zeigen, dass die Qualitätssicherung gerade auch bei der Vermeidung unnötig vieler falsch-positiver Befunde greift. „Die Ärztinnen und Ärzte im Screening müssen jedem begründeten Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung nachgehen, um kein Karzinom zu übersehen. Auf der anderen Seite gibt es für die Anzahl von ergänzenden Abklärungsuntersuchungen ganz klare Vorgaben der Europäischen Leitlinien, um Frauen nicht unnötig zu belasten.“ Mit 3 Prozent werden durch das Mammographie-Screening die Empfehlungen der Europäischen Leitlinien erfüllt, der Grenzwert liegt bei 5 Prozent.

Bei 35.024 Frauen konnte der Anfangsverdacht durch ergänzende bildgebende Untersuchungen nicht ausgeräumt werden oder hat sich weiter verstärkt. Ihnen wurde eine minimal-invasive Biopsie empfohlen. Dabei wird Gewebe entnommen und mikroskopisch untersucht. Etwa die Hälfte dieser Frauen (17.430) erhielt 2013 die Diagnose Brustkrebs.

Das Ergebnis der Gewebebeurteilung, insbesondere ein unauffälliger oder gutartiger Befund, wird immer (durch den programmverantwortlichen Arzt und den Pathologen) mit der vorausgegangenen Mammographie und Ultraschalluntersuchung verglichen. Zeigt sich hierbei keine ausreichende Übereinstimmung, wird die Biopsie als unzureichend eingestuft und muss wiederholt werden. Bei 440 der Biopsien (1,3 Prozent) zeigte sich keine ausreichende Übereinstimmung. Damit liegt das deutsche Screening deutlich besser als der geforderte Grenzwert der EU-Leitlinien von 20 Prozent.

Auch die Wartezeit zwischen Untersuchung, Befundmitteilung und Abklärungstermin kann eine Frau belasten. In den Europäischen Leitlinien wurde aus diesem Grund festgelegt, dass mindestens 90 Prozent der untersuchten Frauen ihr Ergebnis nach spätestens 7 Werktagen erhalten. 92,5 Prozent der Frauen im deutschen Mammographie-Screening wird das Untersuchungsergebnis fristgerecht mitgeteilt.

Download Jahresbericht Qualitätssicherung 2013

Hintergrund:

Krebs in Deutschland | Brustkrebsneuerkrankungen

Jährlich erkrankten über 70.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (Robert Koch-Institut 2013); rund 17.500 Frauen sterben jedes Jahr daran. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Kooperationsgemeinschaft Mammographie

2002 beschließt der Deutsche Bundestag parteiübergreifend, das Mammographie-Screening-Programm in Deutschland einzuführen. Im August 2003 wird in gemeinsamer Trägerschaft von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Kooperationsgemeinschaft Mammographie gegründet. Ihre Aufgabe ist die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms. Im Jahr 2005 gehen die ersten Screening-Einheiten an den Start. Seit 2009 ist das Programm in Deutschland flächendeckend umgesetzt. Heute wird das Mammographie-Screening von 95 Screening-Einheiten an rund 400 Standorten angeboten.

Die Evaluations- und Qualitätsberichte der Kooperationsgemeinschaft sind veröffentlicht unter http://newsroom.mammo-programm.de.

Frauen können sich informieren unter www.mammo-programm.de

Presseinformationen und Bildmaterial unter newsroom.mammo-programm.de

Publikationen

Jahresbericht Qualitätssicherung 2015

Jahresbericht Evaluation 2015

Bericht der Geschäftsleitung 2016

Jahresbericht Qualitätssicherung 2014

Jahresbericht Evaluation 2014

Implementation of the German Mammography Screening Program (German MSP) and First Results for Initial Examinations, 2005-2009

Jahresbericht Qualitätssicherung 2013

Jahresbericht Evaluation 2013

Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschusses

Mammo Report | Dezember 2015

Bericht der Geschäftsleitung 2015

Evaluationsbericht 2005-2012 – Ergebnis- und Prozessqualität im deutschen Mammographie-Screening-Programm

Jahresbericht Qualitätssicherung 2012

Jahresbericht Evaluation 2012

"Ungünstiges Kosten-Wirksamkeits-Verhältnis des sys. Mammografie-Screenings? – Alte Zahlen, neue Bewertung – wie das Swiss Medical Board zu seinen Empfehlungen kommt" von Dr. Vanessa Kääb-Sanyal

"Mammografie-Screening-Programm – Brustkrebsentdeckungsrate und Überdiagnosen" von Dr. Vanessa Kääb-Sanyal

Mammo Report | Berichtszeitraum 2011

Flyer „Gut informiert entscheiden“

Programmbeschreibung

Evaluationsbericht 2011

Qualitätsbericht 2011

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Thema Brustkrebs

Weitere Antworten rund um das Thema Brustkrebs wie zum Beispiel Risiken und Heilungschancen finden Sie hier. Prof. Dr. med. Katja Siegmann-Luz erklärt wie Brustkrebs entsteht, wie häufig die Krankheit in Deutschland vorkommt und wie die Heilungschancen aussehen.

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Brustkrebs – Risikofaktoren

Weitere Antworten zum Thema Risikofaktoren Brustkrebs finden Sie hierDr. med. Katja Siegmann-Luz erklärt inwiefern Alter, eine genetische Veranlagung oder andere Faktoren das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, beeinflussen.