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Corinna Heinrich

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Pressemitteilung 9. November 2017


Mammographie-Screening: Abklärungsuntersuchungen sind selten erforderlich

Kooperationsgemeinschaft Mammographie legt Jahresbericht 2015 vor

09.11. 2017 / Berlin. Lediglich rund 4 Prozent der im Screening untersuchten Frauen wurden noch einmal zu einer ergänzenden Untersuchung eingeladen. Das sind 123.000 von rund 2,8 Millionen teilnehmenden Frauen. Bei rund zwei Drittel dieser erneut eingeladenen Frauen konnte eine Brustkrebserkrankung allein durch bildgebende Untersuchung wie Ultraschalldiagnostik ausgeschlossen werden.

Bei rund 32.500 Frauen jedoch wurde eine minimal-invasive Biopsie erforderlich. Dabei wird Gewebe mit Hilfe einer feinen Nadel entnommen und mikroskopisch untersucht. Etwa die Hälfte dieser Frauen, also rund 17.000, erhielt die Diagnose Brustkrebs. Das entspricht durchschnittlich 6 von 1.000 im Screening untersuchten Frauen.

Die Mehrheit der Karzinome wurde in einem frühen Stadium, also in einer meist noch nicht tastbaren Größe und ohne Lymphknotenbefall, entdeckt. Rund 36 Prozent waren maximal 10 Millimeter, 76 Prozent maximal 20 Millimeter groß. 75 Prozent der Karzinome hatten die Lymphknoten noch nicht befallen. Wird Brustkrebs so früh entdeckt, erhöht dies die Chance auf eine brusterhaltende Operation sowie schonendere medikamentöse Behandlungen und senkt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben.

„Die Ergebnisse zeigen, wie gut im Mammographie-Screening-Programm gearbeitet wird“, betont Vanessa Kääb-Sanyal, Geschäftsstellenleiterin der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. „Brustkrebs wird früh entdeckt, wobei die Belastung der Frauen durch weitere Untersuchungen gering gehalten werden kann.“

Ein Grund dafür ist die qualitätsgesicherte Diagnostik in mehreren Schritten. Im Mammographie-Screening-Programm werten immer mindestens zwei Fachärzte die Röntgenbilder aus. Kann bei der Doppelbefundung eine auffällige Brustgewebeveränderung nicht eindeutig als gutartig eingestuft werden, wird gemeinsam von mindestens drei Fachärzten über das weitere Vorgehen entschieden. Bei weiterhin auffälligen Befunden wird die Frau zu einer ergänzenden Untersuchung z. B. mit Ultraschall eingeladen. Erst wenn sich dadurch eine Brustkrebserkrankung nicht ausschließen lässt, werden Gewebeentnahme und –untersuchung veranlasst.

Während sich die Belastung durch ergänzende Untersuchungen im Mammographie-Screening gut eingrenzen lässt, können so genannte Überdiagnosen kaum beeinflusst werden. Denn bei jeder Krebsfrüherkennung werden kleine Tumore oder Brustkrebsvorstufen entdeckt, die ohne diese Untersuchung nicht auffällig und daher nicht behandelt worden wären (Übertherapien). Ein Grund: Es gibt Tumore, die langsam oder gar nicht wachsen. Oder Frauen sterben an anderen Ursachen, bevor sich der Tumor bemerkbar machen kann. Ob ein entdeckter Tumor weiterwächst, können Ärzte jedoch nicht sicher vorhersagen. Daher wird in Absprache mit der Patientin in der Regel eine Behandlung empfohlen. Schätzungsweise erhalten von 1.000 Frauen, die regelmäßig am Mammographie-Screening teilnehmen, 9 bis 12 Frauen eine Überdiagnose.

Eine regelmäßige Teilnahme am Mammographie-Screening senkt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben. Etwa 2 bis 6 von 1.000 Frauen, die regelmäßig am Mammographie-Screening teilnehmen, können dadurch vor dem Brustkrebstod bewahrt werden.

Manchen Frauen werden andere Angebote zur Früherkennung von Brustkrebs gemacht wie Ultraschalluntersuchungen der Brust oder eine Magnetresonanztomographie. Ob diese Untersuchungen wie die Mammographie im Screening-Programm das Risiko verringern, an Brustkrebs zu sterben, ist jedoch unklar. Darauf weist der Gemeinsame Bundesausschuss in der neuen Informationsbroschüre (Entscheidungshilfe) zum Mammographie-Screening hin. Diese Untersuchungen können aber häufiger als die Mammographie zu Überdiagnosen führen und zu auffälligen Befunden, die sich dann in den weiteren Untersuchungen als harmlos herausstellen.

Download Jahresbericht Qualitätssicherung 2015

Download Jahresbericht Evaluation 2015

Download Factsheet Evaluations- und Qualitätsbericht 2015

 

Hintergrund:

Krebs in Deutschland | Brustkrebsneuerkrankungen

Jährlich erkrankten über 70.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (Robert Koch-Institut 2013); rund 17.500 Frauen sterben jedes Jahr daran. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

 

Kooperationsgemeinschaft Mammographie

2002 beschließt der Deutsche Bundestag parteiübergreifend, das Mammographie-Screening-Programm in Deutschland einzuführen. Im August 2003 wird in gemeinsamer Trägerschaft von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Kooperationsgemeinschaft Mammographie gegründet. Ihre Aufgabe ist die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms. Im Jahr 2005 gehen die ersten Screening-Einheiten an den Start. Seit 2009 ist das Programm in Deutschland flächendeckend umgesetzt. Heute wird das Mammographie-Screening von 95 Screening-Einheiten an rund 400 Standorten angeboten.

Die Evaluations- und Qualitätsberichte der Kooperationsgemeinschaft sind veröffentlicht unter http://newsroom.mammo-programm.de.

Frauen können sich informieren unter www.mammo-programm.de

Publikationen

Jahresbericht Qualitätssicherung 2015

Jahresbericht Evaluation 2015

Bericht der Geschäftsleitung 2016

Jahresbericht Qualitätssicherung 2014

Jahresbericht Evaluation 2014

Implementation of the German Mammography Screening Program (German MSP) and First Results for Initial Examinations, 2005-2009

Jahresbericht Qualitätssicherung 2013

Jahresbericht Evaluation 2013

Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschusses

Mammo Report | Dezember 2015

Bericht der Geschäftsleitung 2015

Evaluationsbericht 2005-2012 – Ergebnis- und Prozessqualität im deutschen Mammographie-Screening-Programm

Jahresbericht Qualitätssicherung 2012

Jahresbericht Evaluation 2012

"Ungünstiges Kosten-Wirksamkeits-Verhältnis des sys. Mammografie-Screenings? – Alte Zahlen, neue Bewertung – wie das Swiss Medical Board zu seinen Empfehlungen kommt" von Dr. Vanessa Kääb-Sanyal

"Mammografie-Screening-Programm – Brustkrebsentdeckungsrate und Überdiagnosen" von Dr. Vanessa Kääb-Sanyal

Mammo Report | Berichtszeitraum 2011

Flyer „Gut informiert entscheiden“

Programmbeschreibung

Evaluationsbericht 2011

Qualitätsbericht 2011

Videos zum Thema

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Falsch-positiver Befund und Überdiagnose im Mammographie-Screening-Programm

50 von 1000 untersuchten Frauen werden zur weiteren Abklärungsuntersuchung eingeladen. Nach der zweiten Untersuchung kann meist Entwarnung gegeben werde. Die Medizin spricht von einem falsch-positiven Befund.
Frau Dr. Karin Bock, Gynäkologin, erklärt außerdem warum sogenannte Überdiagnosen keine „falschen Diagnosen“ sind.

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Das Mammographie Screening

Informationsfilm Mammographie Screening Programm

Der Film bietet einen Einblick in das Mammographie-Screening-Programm für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Es wird der Ablauf des Mammographie-Screenings gezeigt und durch Experten erläutert. Ergänzende Informationen zum Film finden Sie auch in der Broschüre „Mammographie-Screening. Früherkennung von Brustkrebs. Was Sie darüber wissen sollten“.

Brustkrebs Früherkennung Strahlenbelastung

Brustkrebs-Früherkennung und Strahlenbelastung

Im Mammographie-Screening-Programm wird die weibliche Brust geröntgt, um frühzeitig kleinste Tumoren zu entdecken. Einige Frauen verunsichert die Strahlenbelastung der Untersuchung. Dr. med. Michael Hirning, Radiologe, erläutert, warum der Nutzen der Mammographieuntersuchung das Risiko durch die Strahlenbelastung überwiegt.

Diagnosemethoden-Mammographie-Screening-Programm

Diagnosemethoden im Mammographie-Screening-Programm

In der Brustkrebs-Früherkennung kommen unterschiedliche Diagnostikverfahren zum Einsatz. Mammographie, Ultraschall und Magnetresonanztomographie – welche Methode ist die beste? Dr.Juliane Terpe, Radiologin, erklärt die verschiedenen Untersuchungsmethoden.