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Pressemitteilung 12. Dezember 2016


EUSOBI Gold Medal Award 2016: Prof. Dr. Sylvia Heywang-Köbrunner erhält europäische Auszeichnung für Mammadiagnostik

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Professorin Dr. Sylvia Heywang-Köbrunner wurde beim diesjährigen EUSOBI Kongress in Paris mit dem Gold Medal Award ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt die Europäische Gesellschaft für Brustbildgebung die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen der Münchner Professorin auf dem Gebiet der Mammadiagnostik.  Mit ihren Pionierarbeiten (u. a. Einführung der Kontrastmittel-MRT der Brust) und verschiedenen Patenten (z. B. moderne Biopsieverfahren) hat sie die heutige Brustdiagnostik wesentlich beeinflusst und gilt international als anerkannte Expertin und Autorin. Seit 2006 ist sie Leiterin des Referenzzentrums Mammographie München und ist damit maßgeblich an der erfolgreichen Implementierung des deutschen Mammographie-Screening-Programms beteiligt.

Der EUSOBI Gold Medal Award wird erst seit 2014 vergeben. Vormalige Preisträger sind die renommierten Professoren Per Skaane (Preisträger 2015) und Werner A. Kaiser (Preisträger 2014).

Die EUSOBI engagiert sich für die Erforschung und Weiterentwicklung der besten Screening-, Diagnostik- und Interventionspraktiken innerhalb der europäischen Brust-Radiologie-Gemeinschaft.

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Hintergrundinformationen

Prof. Dr. Sylvia H. Heywang-Köbrunner – Werdegang

  • in Karlsruhe geboren, in München aufgewachsen. Medizinstudium, Promotion und Facharztausbildung (für Radiologie) absolvierte ich an der LMU München.
  • 1982/83 Forschungs- und Weiterbildungsaufenthalt für Brust-Diagnostik an verschiedenen renommierten   Instituten in den USA als Stipendiatin der Dt. Krebshilfe.
  • 1982 US-amerikanisches Staatsexamen
  • 1984 -1990 Facharztausbildung Radiologie und weitere Spezialisierung in Brustdiagnostik am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität. München. Ab 1990 Oberärztin am Klinikum Großhadern, LMU München.
  • 1992 Habilitation (Thema: Kernspintomographie der Brust) an der LMU München.
  • 1994-2003 Stellvertreterin des Direktors der Diagnostischen. Radiologie an der Universität Halle. 1996-2003 C3-Professur für Diagnostische Radiologie /Schwerpunkt Brustdiagnostik
  • 2003-1/2007 Leiterin der Abt. für bildgebende und interventionelle Mammadiagnostik, Röntgeninstitut, Klinikum rechts der Isar der TU München
  • Seit 2006 Leiterin des deutschen Referenzzentrum Mammographie München. Das Referenzzentrum München ist zusammen mit 4 weiteren deutschen Referenzzentren zuständig für Fortbildung, Qualitätssicherung und begleitende Forschung im deutschen Mammagraphie-Screening.
  • Seit 2006 programmverantwortliche Ärztin die Screeningregion München Süd.
  • Seit 4/2012 Leitung der Praxis Brustdiagnostik München in der Sonnenstraße 29, 80331 München, ÜBAG mit MVZ Radiologie Elisenhof

 

Spezialisierung

  • Seit Beginn der ärztlichen Tätigkeit 1982 Spezialisierung auf Brustdiagnostik. Seit 2003 ausschließliche Tätigkeit in der Brustdiagnostik. Autorin verschiedener   Lehrbücher sowie zahlreicher Buchkapitel  über Brustdiagnostik. Als geladene Expertin Präsenz auf nationalen und internationalen Kongressen, Konsensustreffen, in Gremien und als Kursleiterin in der Fort- und Weiterbildung  aktiv (aktuelle Kurse am Referenzzentrum: siehe auch www.referenzzentrum-muenchen.de).

Forschung

  • Seit 1982/83 wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Brustdiagnostik.

Folgende Innovationen in der Brustdiagnostik gehen auf die Arbeiten von Prof. Heywang-Köbrunner zurück:

  • 1985 Erstbeschreibung der Kontrastmittel-Kernspintomographie der Brust (auch MRT oder MR-Mammographie genannt); seither Erforschung und Etablierung des Verfahrens. Die KM-MRT und die ebenfalls von ihr erst-beschriebene dynamische KM-MRT der Brust (MR-Mammographie) gilt inzwischen als das meist versprechende neue Verfahren für die bildgebende Früherkennung des familiären Brustkrebs. Sie wird auch eingesetzt bei Unklarheiten nach brusterhaltender Therapie, nach Wiederaufbauplastik, in der Primärtumorsuche und bei gewissen Fragestellungen zur exakten Ausdehnungsbestimmung von Brustkrebs vor geplanter Brusterhaltung oder bei Problemfällen, die mit konventioneller Diagnostik nicht gelöst werden können.
  • Seit 1992 Erstbeschreibung und Entwicklung von Verfahren zur MR-gestützten präoperativen Markierung. Damit kleine nicht tastbare Veränderungen und Brustkrebsherde, die nur mit Kernspintomographie sichtbar sind, vom Operateur aufgefunden werden können, müssen diese vor Operation unter „MR-Steuerung“ markiert werden.
  • Seit 1996 Einführung der stereotaktischen Vakuumbiopsie der Brust in Europa. Das Verfahren, das meist ambulant durchführbar ist, erlaubt eine schonende und sichere Gewebsuntersuchung von kleinen nicht tastbaren, nur mammographisch sichtbaren Veränderungen. Hierdurch können zahlreiche Operationen bei mammographisch entdeckten, schlussendlich aber gutartigen Befunden eingespart werden. Inzwischen gilt das Verfahren als Methode der Wahl für die Abklärung kleiner Mikrokalkgruppen und wird in Deutschland und vielen anderen Ländern von den Krankenkassen anerkannt
  • Seit 1992 und 1997 Erstbeschreibung und Entwicklung von Verfahren zur schonenden Gewebsentnahme von Herden, die nur mit MRT (Kernspintomographie) sichtbar sind. Dieses Verfahren erlaubt, ähnlich wie die stereotaktische Vakuumbiopsie, Operationen bei nur kernspintomographisch sichtbaren  Herden einzusparen.
  • Leitung nationaler und internationaler Multicenterstudien, deren Ergebnisse zur Etablierung der o.g. Verfahren beigetragen haben (Vgl. auch Publikationen).
  • Patente/-anmeldungen für Geräteneuentwicklungen in der interventionellen  Mammadiagnostik und für Softwareentwicklung zur Qualitätssicherung in der Mammadiagnostik und für bildgebungs-gestützte Studien (Die Patente sind großenteils an Firmen weitergegeben und umgesetzt).

 

Auszeichnungen

Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen und Preisen für einzelne wissenschaftliche Arbeiten wurden zwei Preise von hervorragender Bedeutung überreicht in Anerkennung des wissenschaftlichen Gesamtwerkes:

  • der Holthusen-Ring, die höchste Auszeichnung der Dt. Röntgengesellschaft, verliehen 1992 „ in Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Verdienste in der radiologischen Diagnostik von Erkrankungen der Brustdrüse….“
  • der europäischen Yvette- Mayent – Curie -Preis, überreicht vom französischen Kultusminister 1999 verliehen „für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Physik, Chemie, Biologie oder Medizin, die wichtige Verbesserungen bei Früherkennung, Diagnose oder Therapie von Krebserkrankungen erwarten lassen.“

In Anerkennung der wissenschaftlichen Verdienste Nennung in verschiedenen Lexika wie „The Marquis Who’s Who“; im  Sonderband „The Global 5oo“  (Baron’s Who ‚s Who) genannt.

 

Weiterführende Informationen

Kooperationsgemeinschaft Mammographie

2002 beschließt der Deutsche Bundestag parteiübergreifend, das Mammographie-Screening-Programm in Deutschland einzuführen. Im August 2003 wird ingemeinsamer Trägerschaft von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Kooperationsgemeinschaft Mammographie gegründet. Ihre Aufgabe ist die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms. Im Jahr 2005 gehen die ersten Screening-Einheiten an den Start. Seit 2009 ist das Programm in Deutschland flächendeckend umgesetzt. Heute wird das Mammographie-Screening von 95 Screening-Einheiten an rund 400 Standorten angeboten.

Die Evaluations- und Qualitätsberichte der Kooperationsgemeinschaft sind veröffentlicht unter newsroom.mammo-programm.de

Frauen können sich informieren unter www.mammo-programm.de

 

Referenzzentren

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie hat fünf Referenzzentren errichtet. Als regionale Untergliederungen der Kooperationsgemeinschaft ist es ihre Aufgabe, Ärzte und Ärztinnen sowie radiologische Fachkräfte aus den Screening-Einheiten zu beraten und bei deren Aufgaben zu unterstützen. Darüber hinaus sind die Referenzzentren für die Fortbildung, die physikalisch-technische und medizinische Qualitätssicherung, die Evaluation der Screening-Einheiten und die wissenschaftliche Begleitung des Krebsfrüherkennungs-Programms verantwortlich. Die Screening-Einheiten sind jeweils einem der fünf Referenzzentren zugeordnet, mit dem sie eng zusammenarbeiten.

Pressekontakt:
Pressestelle Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Corinna Heinrich
Telefon: 030/319985130
E-Mail: cheinrich@koop-mammo.de

 

Publikationen

Jahresbericht Qualitätssicherung 2015

Jahresbericht Evaluation 2015

Bericht der Geschäftsleitung 2016

Jahresbericht Qualitätssicherung 2014

Jahresbericht Evaluation 2014

Implementation of the German Mammography Screening Program (German MSP) and First Results for Initial Examinations, 2005-2009

Jahresbericht Qualitätssicherung 2013

Jahresbericht Evaluation 2013

Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschusses

Mammo Report | Dezember 2015

Bericht der Geschäftsleitung 2015

Evaluationsbericht 2005-2012 – Ergebnis- und Prozessqualität im deutschen Mammographie-Screening-Programm

Jahresbericht Qualitätssicherung 2012

Jahresbericht Evaluation 2012

"Ungünstiges Kosten-Wirksamkeits-Verhältnis des sys. Mammografie-Screenings? – Alte Zahlen, neue Bewertung – wie das Swiss Medical Board zu seinen Empfehlungen kommt" von Dr. Vanessa Kääb-Sanyal

"Mammografie-Screening-Programm – Brustkrebsentdeckungsrate und Überdiagnosen" von Dr. Vanessa Kääb-Sanyal

Mammo Report | Berichtszeitraum 2011

Flyer „Gut informiert entscheiden“

Programmbeschreibung

Evaluationsbericht 2011

Qualitätsbericht 2011

Infografiken zum Thema

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Videos zum Thema